WIE statt WAS                                                                                                                    Follow | Suche

Bloggen + beraten: So werden Empfehlungen umsetzbar

Startseite  >  Google SEO  >  Besser bloggen

Im Rahmen des SEOmoz Whiteboard Friday zeigt Tom Crichtlow, wie SEO-Beratung praktikabel wird. Tom erklärt, wie (SEO) Berater sicherstellen, dass ihre Empfehlungen vom Kunden umgesetzt werden. Die Punkte helfen auch Bloggern, Tipps leichter umsetzbar und ihre Posts attraktiver zu machen.

 

Tom betont, dass Wissen wenig hilft, wenn es nicht angewendet wird und Empfehlungen wenig nützen, solang sie nicht umgesetzt werden. Probleme zu erkennen und denkbare Lösungen aufzuzeigen, ist weit weniger schwer, als die Lösungen umzusetzen. Tom sieht 4 konkrete Ansatzpunkte:

 

 

1) Weniger umfangreiche Reports

Reports helfen NICHT bei der Umsetzung dessen, was zu tun ist. Bevor man einen umfangreichen Report produziert, sollte man sich also bewusst machen, dass ein Report (nur) 2 Hauptaufgaben hat: Den Empfänger davon überzeugen, dass etwas getan werden muss und aufzeigen, was und wie es getan werden sollte. Für die Überzeugungsarbeit ist maximal eine Seite notwendig, und vielleicht ist ein Anruf oder ein Treffen sogar effektiver.

 

Letztlich muss lediglich die Frage nach dem Warum (etwas getan werden sollte) beantwortet werden ... und dafür wird kein umfangreicher Report benötigt. Jedenfalls ist es wichtig, die Überzeugungsarbeit und die Umsetzungsanleitung NICHT zu vermischen.

 

3 Tipps für Blogger, die sich daraus ableiten lassen

  • Die Antwort auf die Frage Um was geht es? und, noch wichtiger, Warum soll ich weiterlesen? muss schon aus der Überschrift bzw. den ersten Zeilen hervorgehen
  • Ein Hingucker im oberen Bereich des Posts hilft beim Überzeugen, dass das Weiterlesen lohnt: Tabelle/Chart, Bild (Grafik, Screenshot, Foto), Video, animierte Slideshow, dynamisches Widget
  • Klare Struktur durch Zwischenüberschriften, Bilder & Co., Bulletpoints etc. hilft beim Überzeugen, dass der Nutzen (Welche Vorteile bringt mir das Durchlesen bzw. Umsetzen?) den Aufwand (Wie viel Zeit und Konzentration kostet mich das Durchlesen bzw. Umsetzen?) übersteigen wird
Link Anatomie Viele Stopp-Wörter (Link, Anatomie, Wert, verstehen, SEO, White & Black Hat, gefährlich, perfekt, golden) und ein Hingucker

 

2) Aktuelle Abläufe berücksichtigen

Es geht weniger darum, aufzuzeigen, WAS zu tun ist, sondern vielmehr darum, WIE der Empfänger es unter Berücksichtigung der konkreten Gegebenheiten tun sollte. Um einen optimierten oder gar ganz neuen Prozess vorzuschlagen, muss man den aktuellen Prozess kennen. Also nicht: "Sie sollten Gastbeiträge schreiben", sondern "Hier ist der Ablauf für Gastbeiträge, der auf Sie zugeschnitten ist".

 

Dafür ist es beispielsweise auch notwendig zu wissen, ob zusätzliches Personal benötigt wird, ob einer der aktuellen Mitarbeiter das übernehmen kann, ob er eine zusätzliche Aus- oder Weiterbildung braucht, ob die benötigte Software für die Erstellung und das Monitoring vorhanden ist ...

 

3 Tipps für Blogger, die sich daraus ableiten lassen

Natürlich gibt es nicht (wie bei einem SEO-Report) nur einen ganz konkreten Empfänger und oft gibt es noch nicht einmal eine homogene Zielgruppe (weil sowohl Leser, als auch Social Media-Multiplikatoren und Linkerati angesprochen werden sollen), aber generell gelten dürfte:

  • Auch wenn der Blogpost nicht exakt auf Bedürfnisse eines Empängers zugeschnitten sein kann, so ist der Bezug zu einem aktuellen Anlass bzw. akuten Bedarf als Aufhänger immer hilfreich
  • Bei Tipps ist WIE (Schritt-für-Schritt-Anleitung, Positiv-/Negativ-Beispiele) besser als nur WAS (reine Aufzählung bzw. Beschreibung dessen, was getan werden sollte)
  • Konkret ist besser als allgemein: Beispiele, Bild-Ausschnitte und andere zur Veranschaulichung geeignete Formate, die verdeutlichen, WIE im Detail vorzugehen ist, um das Ziel zu erreichen
Facebook Places Headline und Einstieg sind "unglücklich", aber das Thema ist aktuell und wie umzusetzen ist, wird Schritt für Schritt gezeigt

 

3) Vision liefern, Ausblick geben

Die Tendenz, sich mit einer Aufgabe abzuschotten und erst mit "dem großen Wurf" zurückzukommen, hindert an der Umsetzung. Wenn der Empfänger alle Empfehlungen auf einmal erhält, ist er überrascht - und Überraschungen sind für die Umsetzung nicht förderlich, weil sie keine Vorbereitung ermöglichen.

 

Besser ist es, die Richtung, in die Empfehlungen voraussichtlich gehen werden, vorab anzukündigen, damit sich der Empfänger schon darauf einstellen und zum Beispiel auch eine konkrete Rückmeldung mit Blick auf den Zeitrahmen geben kann ("Die neue Version unserer Website soll bis Ende des Monats live gehen, wenn Sie also Vorschläge zur Informationsarchitektur haben, dann bitte unbedingt bis ...")

 

3 Tipps für Blogger, die sich daraus ableiten lassen

  • Um möglichst "gut verdaulich" zu bleiben, sollten umfangreichere Themen mit mehreren Posts nach und nach "eingekreist" (und die einzelnen Posts jeweils durch Querverweise aufgewertet) oder im Rahmen einer Serie (bei der die Artikel inhaltlich aufeinander aufbauen und auch fachlich immer anspruchsvoller werden) behandelt werden
  • Feedback-Möglichkeiten ausschöpfen (Kommentare anbieten, zu Kommentaren auffordern, Kommentare z. B. über die Anzeige in der Sidebar belohnen) und Rückmeldungen umsetzen
  • Gerade bei kostenlosem Content geht es nicht um den großen Wurf, aber richtig viele Links gibt's meist für die Posts, die ein aktuelles Thema als erstes aufgreifen (übersetzen oder interpretieren) oder ein Gewusst-wie-Thema strukturierter und anschaulicher bearbeiten als alle Vorgänger
Website Einnahmen Tolles Serienthema und konkreter Ausblick, aber trotzdem genügend Freiraum, um das viele Feedback zu berücksichtigen

 

4) Kommunikation und Interaktion

Ratschläge werden umgesetzt, wenn der Ratgeber sympathisch ist. Wer glaubt, dass Firmen nur kalte, harte, rational entscheidende Organisationen sind, der irrt. Firmen werden von Menschen geleitet. Wer will, dass seine Empfehlungen umgesetzt werden, sollte dafür sorgen, dass er gemocht wird.

 

Kommunikation und soziale Interaktionen helfen: mailen, telefonieren, sich treffen, zum Essen einladen, etwas über sich preisgeben, erklären, wo man herkommt, wo man hin will und warum.

 

3 Tipps für Blogger, die sich daraus ableiten lassen

  • anderen Bloggern einen Gefallen tun: Tweet, Share, Like, Kommentar / Feedback, Link usw.
  • andere Blogger kennenlernen und sich austauschen: persönlich / live ist besser als am Telefon ist besser als per E-Mail ist besser als gar nicht
  • mehr über sich, seine Motivation, seine Kenntnisse und Erfahrungen, seine Ziele preisgeben: im Blog, in Social Media Profilen, im Gespräch, bei Branchen-Events

 

Fazit: Besser beraten, erfolgreicher bloggen

Zeit ist ein sehr knappes und entsprechend kostbares Gut. Wird das Interesse nicht sofort geweckt und wird die Antwort auf die unausgesprochene Frage Warum soll ich hierfür Zeit aufwenden? nicht bereits "auf den ersten Metern" gegeben, kann alle Mühe umsonst gewesen sein.

 

Ist die Aufmerksamkeit des Lesers gewonnen, sollte dem Bedürfnis nach viel Vorteil mit wenig Aufwand Rechnung getragen werden, indem der Content in "pädagogisch wertvolle" Häppchen portioniert wird.

 

Schritt für Schritt kann auch einfach für eine inhaltlich sinnvolle Gliederung der Informationen in optisch leicht erfassbare Einheiten stehen, muss also nicht 1) bis n) bedeuten. "Leicht umsetzbar" ist jedenfalls das Stichwort bei Inhalten, die über "News" hinausgehen - und diese Art von Inhalten bringt in der Regel die meisten Links. Die Prüffrage lautet: Erkläre ich nur, was zu tun ist oder wie das im Einzelnen geht?

 

Der Unterschied zwischen was und wie ist nicht klar? Rankingfaktor-Rankings sind ein gutes Beispiel: Die Ziele werden zwar deutlich, eine Anleitung für deren Erreichen wird aber nicht mitgeliefert - ja noch nicht einmal ein Hinweis darauf, die Beeinflussung welcher Faktoren das beste Verhältnis von Aufwand und Ertrag verspricht (die Linkpopularität zu steigern ist wichtig, die Seitentitel zu optimieren ist effektiv).

 

Je mehr vorab von der/den Zielgruppe(n) bekannt ist und je besser (etwa im Rahmen einer Artikelserie) aktuelle Rückmeldungen umgesetzt werden wird, desto nutzwertiger die Inhalte. Ein aktueller Aufhänger und entsprechend akuter Informationsbedarf kann eine Zielgruppen-spezifische Aufbereitung ersetzen.

 

Sympathie ist ein wichtiger Faktor. Gegenseitiges Kennen hilft. Aber auch die Tatsache, dass man sich viel Mühe mit einem Artikel gegeben hat (statt ein Thema zum 1.000sten Mal - ohne erkennbare Vorteile gegenüber Vorgängern - durchzukauen), kann sympathisch machen. Das gilt z.B. auch für Selbstironie.

 

 

Diesen Artikel verlinken? Einfach Code im Fenster kopieren - und dann z. B. im eigenen Blog einfügen:

Der Link sieht dann so aus: Besser bloggen mit WIE statt WAS (Trackback-Links per PN anfordern)

 

Natürlich gibt es neben Tipps & Tricks für xy noch viele andere Arten lesenswerter Blogposts. Worauf schwört ihr? Welches sind eure Erfolgsgeheimnisse für Posts, die gelesen werden und Social Media-Anerkennung sowie "echte" Backlinks bringen?